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Humangenetik - “(Anthropogenetik) Erblehre des Menschen als Spezialgebiet der Genetik; eine der Grundwissenschaften der biologischen Anthropologie, die sich in erster Linie mit der Erblichkeit normaler körperl. Merkmale [...] und seel.-geistiger Eigenschaften [...] befaßt. Im Sinne der Erbpathologie behandelt die H. die Vererbung krankhafter Merkmale und deren Korrektur. Darüber hinaus beschäftigt sich die H. mit Fragen der Stammesgeschichte und mit der biolog. Zukunft des Menschen, mit rassengen. Problemen und mit den Möglichkeiten der Anwendung humangen. Forschungsergebnisse durch Eugenik, Erbdiagnose bzw. genet. Beratung und Vaterschaftsgutachten.”
                                                                                Meyers großes Taschenlexikon 1992

Die Präimplantationsdiagnostik (PID) gehört zu den medizinisch wie ethisch-rechtlich umstrittensten Möglichkeiten der jungen Reproduktionsmedizin in Deutschland. Während sie im Ausland (so Großbritannien und Belgien) im Rahmen von Forschungsprojekten vereinzelt bereits angewandt wird, befindet sich bei uns die Fachwelt in einer differenzierter werdenden Problemdiskussion - auch im Hinblick auf eine rechtliche Regelung.
                                       R. Neidert, A. Statz: Zehn Thesen zur Präimplantationsdiagnostik

In der Interdependenz von Gesellschaft und "ihrem" medizinischen System ist ein immer ausgeprägteres Ungleichgewicht feststellbar, das durch die Eigendynamik der Werte des Medizinsystems fortwährend verstärkt wird. Experten bestimmen mehr als die übrigen Mitglieder der Gesellschaft die moralischen Richtlinien und Wertvorstellungen, nach denen dieses System funktionieren soll. Das birgt die Gefahr des gesellschaftlichen Kontrollverlustes in sich. So bestimmt nicht mehr die Gesellschaft "ihr" medizinisches System, dessen Ziel, die Wege und den Preis, um den diese Ziele zu erreichen sind. Es sind vielmehr die Medizin und deren Potentiale an Medikalisierung, die zur Soziogenese von Werten in der Gesellschaft führen.
                                          
     Barbara Meyer: Ethik in Gynäkologie und Geburtshilfe, S. 4

 

Humangenetik und Fortpflanzungsmedizin sind in den letzten Jahren zunehmend zu einem Thema öffentlicher Diskussion geworden. Wurden anfänglich noch die Erfolge der Reproduktionsmedizin  bejubelt und der Gentherapie und -diagnostik fast unbegrenzte Heilungsmöglichkeiten bisher unheilbarer Erkrankungen zugeschrieben, treten nun mehr und mehr die medizinischen, rechtlichen und ethischen Probleme und möglichen Folgen der Anwendung des neuen genetischen Wissens in den Blickpunkt der Öffentlichkeit.

Nach der Entschlüsselung des menschlichen Genoms (Deutsches Humangenomprojekt, DHGP) wurden erneut Hoffnungen laut, das Verständnis der menschlichen Erbsubstanz liege in greifbarer Nähe, diese Entdeckungen würden "in vielen Fällen verbesserte Möglichkeiten zum frühzeitigen Nachweis und neue Ansätze für die Krankheitsvorbeugung mit sich bringen. In den nächsten Jahren wird es möglich werden, sämtliche Gene zu identifizieren, die an der Entstehung verschiedener Erkrankungen beteiligt sind" (Internetseite DHGP).

Eine neue diagnostische Möglichkeit, die sich aus der immer größer werdenden Zahl bekannter genetisch definierter Erkrankungen ergibt, ist die Präimplantationsdiagnostik, die genetische Diagnostik am im Reagenzgls wachsenden Embryo vor der Implantation in die Gebärmutter.

An der Diskussion um die Präimplantationsdiagnostik bildet sich der nur zum Teil öffentlich stattfindende Diskurs um Möglichkeiten, Grenzen und ethische Implikationen der modernen Fortpflanzungsmedizin und der Humangenetik ab. Damit verknüpft sind Fragen nach dem zugrundeliegenden Menschenbild, dem Lebensrecht des Embryos, der Zulassung eugenischer Tendenzen in Medizin und Gesellschaft, den Auswirkungen des „Rechts auf ein gesundes Kind“, auf die Lebenswirklichkeit von behinderten Menschen ...

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