Präimplantationsdiagnostik

 

 

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Unter Präimplantationsdiagnostik (PID; Preimplantation genetic diagnostic =PGD) versteht man eine gentechnische Methode zur Diagnose erblich bedingter Krankheiten vor der Implantation des Embryos in den Uterus. 

Dazu wird eine künstliche Befruchtung im Reagenzglas durchgeführt (IVF = in vitro Fertilisation). Die befruchtete Eizelle beginnt sich zu teilen, ein Embryo entsteht. Bis zum Achtzellstadium des Embryo  sind die einzelnen Zellen nach bisherigem Kenntnisstand totipotent, aus jeder einzelnen Zelle kann sich ein eigenständiger menschlicher Organismus entwickeln - durch eine solche vollständige Teilung des Embryos entstehen eineiige Zwillinge. Nach diesem Stadium sind die Zellen nicht mehr totipotent, sie sind genetisch bereits auf die Entwicklung bestimmter Eigenschaften festgelegt.

Ab dem 16-Zell-Stadium wird nun eine Zelle entnommen (Blastomeren-Biopsie) und auf eine bestimmte genetische Eigenschaft (die Mutation für die entsprechende Erkrankung) untersucht - weist der Embryo die Eigenschaft nicht auf, wird er der Mutter eingesetzt (implantiert), trägt er jedoch das Merkmal, wird er verworfen.

Die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft nach PID liegt wie bei der IVF bei ca. 26%, Mehrlingsschwangerschaften und Frühgeburtlichkeit treten ebenfalls ähnlich häufig wie bei konventioneller IVF auf, es entstehen keine häufigeren Fehlbildungen.

Problematisch ist die Fehleranfälligkeit der genetischen Diagnostik an einer Einzelzelle - nach erfolgreicher Implantation ist in jedem Fall eine pränatale Diagnostik im Sinne einer Chorionzottenbiopsie oder Amniozentese notwendig (Fehlgeburts-Risiko ca. 1%)

Erstmals wurde dieses Verfahren 1990 von Handyside e.a. beschrieben, inzwischen sind weltweit mehr als 100 Kinder nach PID geboren worden.

 

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Letztes Update: 17. Juni 2001